Das Ergebnispapier haben wir im Bürgerbeteiligungsprozess zum Grünen Bahnhof Plagwitz mit erarbeitet. Aus diesem gehen bereits diverse Anforderungen an die Flächen hervor.
Über den Sommer beginnt ein Wettbewerbsverfahren für die Flächen des Bebauungsplans 380.1. Wir möchten als Bürgerinitiative gemeinsam mit den ansässigen Bürgerprojekten (Hildegarten, Heiter bis Wolkig, Obstgenossen, Bauspielplatz), dem Westbahnhof und einigen Anwohner:innen noch einmal genauer darauf eingehen, wie diese Vorgaben unserer Meinung nach zu erreichen sind – und wie nicht.
Die Südfläche soll möglichst kostengünstig oder gar ohne Ausgleich an die Kommune übergehen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von den Entwürfen ab, die die Architekturbüros in diesem Jahr vorlegen.
Die Südfläche soll behutsam, kostensparsam und sowohl mit den Menschen vor Ort als auch mit Blick auf die ansässige Flora und Fauna entwickelt werden. Sie ist im derzeitigen Zustand bereits ein wichtiger Lebensraum, der nur mit Bedacht und einem langen Atem umgestaltet werden sollte. Wir wollen sensible, noninvasive Maßnahmen unterstützen, die dem Naturschutz Rechnung tragen und dennoch genau jenen Freiraum erhalten, den die Menschen vor Ort kennen und lieben. Eine Entwicklung der Fläche kann mit Hilfe der ansässigen Initiativen kostengünstig und partizipativ stattfinden. Eine Überzeichnung der Fläche über unsere Köpfe hinweg lehnen wir ab. Dazu einige Gedanken:
1. Die Brache als Lebensraum ist zu schützen.
2. Eine (Teil-)Entsiegelung ist haargenau mit den Naturschutzverbänden abzustimmen, da der Beton mitsamt seinen Hohlräumen bereits notwendiger Bestandsteil des Lebensraumes u. a. der Zauneidechse ist.
3. Die Fläche darf nicht als Ausgleichsfläche für kommunale Entsiegelungskonzepte missbraucht werden.
4. Stadtmobiliar wie Trinkbrunnen, barrierefreie WCs, generationsübergreifende Sitzmöglichkeiten und neue Spielgeräte finden auf den umliegenden städtischen Flächen, z. B. vorn an der großen Schaukel, genügend Platz und werden an dieser Stelle sehr viel dringender benötigt. Der Ausbau von öffentlicher Infrastruktur muss nicht auf der Südfläche stattfinden.
5. Die Wegeverbindung vor Ort ist mit dem bestehenden Fahrradweg und der Straße am Westbahnhof bereits ausreichend. Es müssen keine neuen Querungen entstehen.
6. Die Fläche soll auch für Menschen mit Behinderung erlebbar sein.
7. Auf der Südfläche müssen unabdingbar auch unzugängliche Bereiche, beispielsweise als „Vegetationsinseln“, entstehen. Hier sollen Mensch und Haustier keine Möglichkeit haben, auf die geschützten Habitate einwirken zu können.
8. Eine infrastrukturelle Erschließung des Westbahnhofes durch die LEWO ist wünschenswert, damit die Kommune diese Kosten nicht tragen muss.
9. Die Südfläche soll ihren offenen Charakter behalten – weniger ist mehr.
Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn alle sind immer eingeladen, auch mit uns gemeinsam über die Zukunft der Fläche zu sprechen, Ideen einzubringen und vor allem mitzumachen! Dafür stehen wir euch wie immer zur Verfügung. Das Wettbewerbsverfahren wird sich maßgeblich mit dem bebaubaren Nordteil der Fläche beschäftigen. Der Südteil darf auch über einen längeren Zeitraum entwickelt werden. Wir wünschen uns nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens am Nordteil weitere gemeinsame Abstimmungen zwischen Kommune und Initiativen zur schonenden Entwicklung der Fläche im Süden.
Wir möchten auf die Gelegenheit aufmerksam machen, Chancen in der strukturellen Entwicklung zu nutzen und als Kommune und Bewohnerschaft an der Fläche zu wachsen. Wir wollen kein Von-oben-herab und sind gleichsam keine zermürbenden Bittsteller. Wir bieten Partizipation und Eigenverantwortung. Hand in Hand mit der Stadt Leipzig möchten wir hier weiterhin(!) neue Wege am Bürgerbahnhof beschreiten.
Gezeichnet von:
- Bürgerinitiative „Bürgerbahnhof Plagwitz erhalten!“
- Café Heiter bis Wolkig
- Hildegarten
- KiWEST e.V.
- Obstgenossen im Stadt-Umland LPV LeipzigGrün
- Westbahnhof
- Anwohnende
