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Pressemitteilung zu den circa 900 Bürger*inneneinsprüchen gegen den Bebauungsplanentwurf Nr. 380.1 “Grüner Bahnhof Plagwitz – Nordteil, Leipzig-Südwest”

Pressemitteilung der “Bürgerinitiative Bürgerbahnhof Plagwitz erhalten” zum offenen Brief der Bürgerinitative an die Stadt Leipzig wegen der circa 900 Bürger*inneneinsprüche gegen den Bebauungsplanentwurf Nr. 380.1 “Grüner Bahnhof Plagwitz – Nordteil, Leipzig-Südwest” der Stadt Leipzig,

Datum: 21.02.2022

Im Leipziger Westen sollen nach dem Willen der Stadt Leipzig im Bebauungsplanentwurf Bürgerbahnhof Leipzig Nordteil auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz die Brachflächen großflächig mit Gewerbebauten bebaut werden. Dagegen regt sich im Leipziger Westen Widerstand. Bürger*innen haben sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um anstatt einer Gewerbebebauung privater Investoren eine Erweiterung der Freiflächen für Anwohnerinnen zu fordern. Diese Anwohner*innen haben in über 900 Stellungnahmen im Bürgerbeteiligungsverfahren zum Bebauungsplanentwurf ihren Protest gegen die Bebauung dargelegt (normal sind 5-10 Stellungnahmen zu Bebauungsplanentwürfen). Nun fordert die Bürgerinitiative in einem offenen Brief eine Reaktion der Stadt Leipzig auf die vielen Stellungnahmen. In den offenen Brief heißt es:

“Die Initiative der Bürger*innen macht die große Kritik an der derzeitigen Leipziger Entwicklung deutlich, in der immer mehr Frei- und Erholungsflächen verschwinden. Diese mehr als deutliche Kritik kann nicht einfach von der Stadt Leipzig übergangen werden. […] Die Stadt Leipzig als demokratisch legitimierte Institution sollte den Interessen der Bürger*innen dienen und wir Bürger*innen brauchen nicht noch mehr Gewerberäume. Wir fordern deshalb schon jetzt eine Reaktion der Stadt Leipzig zu den benannten über 900 Stellungnahmen.”

Reportage auf Radio Corax über den Bürgerbahnhof

Der Bürgerbahnhof Plagwitz bietet Platz für Vieles: Spielplätze, Obstbäume, den Hildegarten, das Café Heiter bis Wolkig, und vor allem Grün- und Freiflächen. Für den Norden des Areals hat die Stadt Leipzig nun einen Bebauungsplan vorgestellt, der den Neubau für Gewerbenutzung und Wohnungen vorsieht. Eine neugegründete Bürger:inneninitiative hat einige Kritik an diesen Plänen zu äußern und organisiert sich dagegen. Sie möchten für Klima, Menschen und Tiere lieber Freiflächen bewahren statt versiegeln, lieber gemeinschaftlich Projekte aufbauen als Immobilienunternehmen beim reicher werden zuschauen. Mit drei von ihnen hat Julie Klauke gesprochen.

Reportage von Julie Klauke, 18. Januar 2022, Quelle: freie-radios.net/113361

Pressemitteilung zum Bürger*inneneinspruch gegen den Bebauungsplanentwurf der Stadt für den Bürgerbahnhof Plagwitz

Anwohner*innen kritisieren Bebauungsplanentwurf für Bürgerbahnhof Plagwitz

13.01.2021 Leipzig

Im Leipziger Westen entsteht eine neue Bürger*inneninitiative gegen den Bebauungsplanentwurf für den Bürgerbahnhof Plagwitz (Nr. 380.1 “Grüner Bahnhof Plagwitz – Nordteil, Leipzig-Südwest”). Viele Anwohnerinnen befürchten eine Schmälerung ihrer Lebensqualität und wenden sich mit deutlicher Kritik an der geplanten Bebauung an die Stadt.

“Statt einer Bebauung mit Gewerbe- und Büroräumen fordern wir, dass der Park erweitert wird, Freiraum für Spielplätze, Sport, Erholung, Begegnung und Kultur und zur Nutzung für alle entstehen. Wir wollen einen Stadtteil, der für uns, die Menschen, die hier leben, gestaltet ist und nicht für die Profitinteressen von Unternehmen.“

fordert die Bürger*inneninitiative in einem Aushang.

Bisher sieht der Bebauungsplanentwurf teilweise Abrisse sowie “den Erhalt der historischen Bausubstanz mit Gewerbe- und Mischgebietsnutzungen” mit “bis zu 3-stöckiger Bebauung” vor. Der BUND beanstandet in diesem Zusammenhang die erneute Baufeldfreimachung mit umfangreichen Rodungen von Bäumen und Sträuchern Anfang Dezember.

Eine Anwohner*in sagt sich so:

„Hier wird gerade überall alles zugebaut, da bin ich froh, wenn ich ein bisschen Grün im Park habe. Und gerade mit Corona hält man sich ja doch lieber draußen auf. Statt privater Gewerbeflächen brauchen wir frei zugängliche Grünflächen, die zum Teil auch überdacht sind.”

Statt einer effizienten Aufwertung der Lebensqualität durch die Umgestaltung befürchten Anwohnerinnen und Parknutzer*innen, dass durch den vorliegenden Plan zur Bebauung des Geländes Spazier- und Spielgelegenheiten sowie die Frischluftzufuhr in die Stadt eingeschränkt werden.

Bis zum 24. Januar 2022 haben Bürger:innen die Möglichkeit, sich an die Stadt zu wenden und Stellung zu nehmen. Pressesprecher*in Jona Holm sagt dazu:

„Wir rufen alle Anwohner*innen dazu auf, Stellungnahmen an die Stadt zu schreiben, wenn sie mit einer Bebauung des betreffenden Geländes nicht einverstanden sind. Außerdem planen wir nach der Auslegungsfrist vom 24. Januar 2022 Aktivitäten auf den bisherigen Brachflächen, um die Abstimmung im Stadtrat hinsichtlich einer alternativen Nutzung zu begünstigen.”

Der Stadtrat wird voraussichtlich im Sommer 2022 über den Bebauungsplan entscheiden.

Umfangreiche Rodungen am Bahnhof Plagwitz – obwohl kein Baurecht besteht

Anfang Dezember 2021 erfolgte die Baufeldfreimachung mit umfangreichen Rodungen von Bäumen und Sträuchern. Obwohl es noch keinen Bebauungsplan gibt und hier kein Baurecht besteht, werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt! Und dies, obwohl hier unter anderem Zauneidechsen leben.

Mehr zum Thema: https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2021/12/gruener-bahnhof-plagwitz-bund-leipzig-erhebt-einspruch-gegen-neue-bebauungsplaene-426943

Bebauungsplan Nr. 380.1 Grüner Bahnhof Plagwitz – Nordteil, Leipzig-Südwest

Für den Bebauungsplan für den nördlichen Teil des Bahnhofs Plagwitz können bis 24.1.2022 Stellungnahmen eingereicht werden.

Eine komplette Bebauung der Flächen zwischen Ladestraße West und Radweg durch eine private Eigentümer:in ist vorgesehen. Außerdem sollen vorhandene Lokschuppen, die unter Denkmalschutz stehen, durch dieselbe Eigentümer:in saniert werden. Die Ladestraße West soll befahrbar gemacht werden.

https://www.leipzig.de/news/news/bebauungsplan-nr-3801-gruener-bahnhof-plagwitz-nordteil-leipzig-suedwest