Samstag 6. April – Rundgang “Ein Park für uns – warum ein unbebauter Plagwitzer Bahnhof besser ist!”

Im Rahmen der Housing Action Days 2024 veranstalten wir einen kritischen Rundgang auf dem Plagwitzer Bahnhof.

Auf dem Bahnhofsgelände will eine private Investorin bauen, nördlich davon baut ein weiterer Investor außerdem ein Hotel, möblierte Apartments und ein Parkhaus. Wir stellen den Stand der Dinge vor und diskutieren darüber, warum Luxuswohnungen, selbst mit einem kleinen Anteil an geförderten Wohnungen das Wohnungsproblem in Leipzig nicht lösen, sondern zu mehr Gentrifizierung beitragen.

Treffpunkt: Plagwitzer Bahnhof, vor dem Heiter bis Wolkig

Weiter Veranstaltungen im Rahmen der Housing Action Days 2024 in Leipzig findet ihr hier.

Kurzes Protokoll vom 5. Workshop am 06.03.2024

allgemeine Infos:

  • Bebauungsplan 380.1 (anliegende städtische Flächen) wurde im Stadtrat beschlossen – Die Bürgerprojekte sind sicher und sollen sicher bleiben.
  • Prüfung des Artenschutzgutachtens durch die untere Naturschutzbehörde ist noch nicht abgeschlossen
  • Artenschutzthematik somit noch nicht geklärt 
  • Verkehrssicherung liegt damit weiterhin auf Eis
  • Abriss der Gebäude deshalb zur Zeit nicht möglich, außerdem ist es zu warm (geschützte Fauna erwacht bereits)
  • Abriss der brachliegenden Gebäude vermutlich frühestens im Winter 2024 möglich
  • LEWO will zumindest mit Beschilderung und Flatterband signalisieren, dass die Gebäude nicht sicher sind. Absperrung durch temporäre Zäune nicht zielführend, da diese “zweckentfremdet” werden könnten.
  • der BUND Leipzig machte nochmals auf die Petition mit 5000 Unterschriften aufmerksam. Diese Petition muss beim Abwägungsprozess durch das Stadtplanungsamt berücksichtigt werden, so will es ein Stadtratsbeschluss
  • wir als BI brachten den Vorschlag ein, dass die Flächen durch die Stadt getauscht oder gekauft werden könnten

Arbeit in Gruppen am Modell

Einteilung in drei Arbeitsgruppen:

A – Bebauung, B – Teilbebauung, C – keine Neubebauung

  • freie Wahl der Gruppen durch die Teilnehmer:innen
  • die meisten Menschen gingen in die Gruppen B und C
  • das Stadtplanungsamt teilte sich auf alle Gruppen auf
  • Entsprechend der Präferenzen von Gruppenteilnehmer:innen entstanden drei Varianten, die im Nachgang der Gruppenarbeit von jeder anderen Gruppe bewertet wurden. So war jede Gruppe an jedem Modell tätig.
  • Alle Pros /nd Kontras zu den einzelnen Varianten wurden dokumentiert und sind Bestandteil weiterer Diskussionen im nächsten Workshop.

A: “Bebauung”. Dichte Bebauung von Naumburger Str. bis auf Höhe Westbahnhof, kleine Freifläche gegenüber des Basketballfeldes – bekam wenig Zuspruch/ viel Kritik, auch von Teilnehmer:innen die sich im allgemeinen für eine Bebauung aussprechen. Mischung zwischen Wohnen und “leisem” Gewerbe.

B: “Teilbebauung”. Bebauung von Naumburger Str. bis inklusive Wasserturm. Relativ dichte Bebauung. Im Bereich Nordkopf an der Naumburger Str. soll ein großes Bauvolumen entstehen. Der Rest des Geländes bleibt frei. Von den Flächeninhalten aus betrachtet eine 50/50-Lösung. Wurde kontrovers aber konstruktiv diskutiert. Mischung zwischen Wohnen und “leisem” Gewerbe.

C: “keine Neubebauung”. Sanierung der denkmalgeschützten Lokschuppen. Unterbringung von Sozialträgern, Vereinen, Kulturstätten in den sanierten Gebäuden. Am Nordkopf an der Naumburger Str. kann evtl. ein kleines Wohnhaus entstehen, beispielsweise durch Konzeptvergabe.

Allgemeine Forderung nach Erweiterung des Konzeptes “Bürgerbahnhof Plagwitz”.

Ansonsten bleibt die Fläche frei und kann als Erholungs- und Lebensraum für Mensch, Flora/Fauna entwickelt werden. Diese Variante ist nur durch Flächenkauf oder -tausch zu erreichen. 

Nächster und letzter Workshoptermin am 11.04.

Danach wird das Konsens/Dissens-Papier ausgearbeitet.

Ist der Bahnhof Plagwitz eine Frischluftschneise?

Über das den Workshopprozess moderierende Stadtlabor erreichte uns Kritik zu unserer Nutzung des Begriffs Frischluftschneise auf unserer Website und unseren Flyern, weshalb wir unsere Nutzung des Begriffs hier einmal darstellen möchten.

Noch vor wenigen Jahren benutzte die Stadtverwaltung Leipzig den Begriff der Frischluftschneise für den Plagwitzer Bahnhof in ihrer eigenen Kommunikation:

Bildschirmfoto GIHK/EFRE Leipziger Westen 2015

„Die Fläche des ehemaligen Plagwitzer Bahnhofs wirkt ebenfalls als eine wichtige klimatische Ausgleichsfläche und zudem als Frischluftschneise für die angrenzenden Wohnquartiere.“ 

Quelle: https://www.leipziger-westen.de/wp-content/uploads/2016/12/GIHK_EFRE_Leipziger_Westen_Stand170815.pdf, S. 14, 2015

Nichtsdestotrotz ist die Stadtverwaltung nach heutigem Wissensstand der Meinung, dass der Begriff „Frischluftschneise“  für den Plagwitzer Bahnhof inkorrekt sei. Er ist, soweit wir das beurteilen können, weder ein wissenschaftlicher noch ein geschützter Begriff.

In der städtischen Stadtklimanalyse, insbesondere in der Karte zum Kaltluftaustausch, spricht man stattdessen von Kaltluftprozessräumen und Ventilationsbahnen.

Die Stadt Leipzig schreibt auf ihrer Website:

„Die Mehrzahl [der] Kaltluftprozessräume befinden sich im Osten der Stadt. Im Westen […] findet der Kaltluftaustausch nicht in großen überregionalen Bahnen, sondern direkt von den Grünflächen vor Ort in die angrenzenden Straßen und Blöcke statt.“

Quelle: https://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/energie-und-klima/stadtklima/
Bildschirmfoto leipzig.de

Das Gebiet des Bahnhofs Plagwitz nördlich der Antonienstrasse ist in der städtischen Kaltluftprozessraumanalyse zudem als Ventilationsbahn markiert.

Kaltluftprozessraum-Karte. Ausschnitt. Roter Kreis = Bahnhof Plagwitz nördlich der Antonienbrücke

Die Kartenlegende dazu: „Ventilationsbahnen sind rauhigkeitsarme Leitstrukturen, die insbesondere bei austauschstärkeren Wetterlagen Kalt- und Frischluft in die überwärmte Stadt transportieren. Bei entsprechender Wetterlage bzw. Windrichtung kann die warme Luft aus der Stadt auch in Richtung des Umlandes (d.h. entgegen der Pfeilrichtung) abtransportiert werden.“ Die Daten dieser Analyse beruhen nicht auf Messungen, sondern basieren auf pysikalischen und meteorologischen Modellen und Annahmen.

Der Bahnhof ist also eine Ventilationsbahn, die unter bestimmten meteorologischen Bedingungen Frischluft in die Stadt und warme Luft hinaus transportiert. Als Grün-, Brach- oder teilentsiegelte Fläche ist sie ebenfalls eine sogenannte „klimaaktive Fläche“, die eine klimaökologische Ausgleichsleistung ermöglicht.

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass das Amt für Umweltschutz im Workshop der Bürgerbeteiligung nochmal betont hat, dass qualitative Freiflächen im Gegensatz zu einer Bebauung eine positive Klimawirkung auf den räumlichen Nahbereich haben. Unabhängig von der Bezeichnung des Bahnhofs Plagwitz als Frischluftschneise oder als Ventilationsbahn gilt also: Eine Nicht-Bebauung wirkt sich positiver auf das Stadtklima aus.

In unserer zukünftigen Kommunikation werden wir den Begriff „Frischluftschneise“ dennoch nicht mehr verwenden. In älteren Texten, insbesondere in solchen, die wir nicht verändern können, kommt er mit Verweis auf diese Erklärung weiterhin vor.

Die Möglichkeit eines Flächenkaufs / Flächentauschs am Plagwitzer Bahnhof ausloten: es gibt ausreichend Möglichkeiten

Die städtischen Flächen am Bahnhof Plagwitz, genannt Bürgerbahnhof, sind ein großer Erfolg, die Stadt erhielt dafür bereits 2020 den Bundespreis Stadtgrün. Sollte das ehemalige Bahnhofsgelände im Nordteil mit Wohnhäusern, wie von der privaten Eigentümerin LEWO initial angedacht, bebaut werden, zerstört das sowohl den geografischen Zusammenhang des ehemaligen Güterbahnhofs im Sinne der Bewahrung der Leipziger Industriekultur als auch einen Teil Stadtnatur. Wie von uns bereits gezeigt, sind in den letzten 15 Jahren unzählige Brachflächen verloren gegangen, und damit sowohl Lebensraum für Tiere in der Stadt, als auch kühlende Flächen in einer Zeit des Klimanotstands. Als Bürgerinitiative sehen wir die Notwendigkeit der Fortführung des Projekts Bürgerbahnhof durch eine räumliche Erweiterung. Da die nördliche Fläche der LEWO gehört, mag dies schwierig erscheinen, doch Flächenkauf und Flächentausch sind Instrumente einer sozialen, klimafreundlichen Stadtplanung und an dieser Stelle bisher nicht bedient worden.

Dabei wissen wir, dass die Stadt Leipzig mit der LEWO Flächen tauscht. So ist derzeit noch in Verhandlung der Tausch des städtischen Garagenhofs an der ehemaligen Texafol-Fabrik am Karl-Heine-Kanal gegen eine Fläche der LEWO im Leutzscher Bogen, wo die Stadt eine Oberschule bauen will. Es scheint also durchaus Tauschflächen und Möglichkeiten zu geben.

Es gibt weiterhin Möglichkeiten der finanziellen Förderung, unter anderem durch den Bund. Die Stadt Leipzig ist Mitglied im Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt. Das Netzwerk bietet unter anderem eine Liste von Förderungen insbesondere für Klimaanpassung und Stadtnatur an. Einige Programme decken bis zu 90% der Kosten, unter anderem bei einem Flächenankauf, beispielsweise das Bundesprogramm Biologische Vielfalt – Förderschwerpunkt Stadtnatur.

So würde die Stadt von einer Erweiterung des Bürgerbahnhofs profitieren

Der Bürgerbahnhof ist schon jetzt ein soziales Zentrum im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist ein Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, Eltern, Senioren. Hier wird gespielt, gegärtnert, beisammen gesessen, spazieren gegangen, getanzt, gesungen. So ist der Bürgerbahnhof ein Ort, der Konflikte im Viertel mildert und freudig stimmt. Doch sind viele der hier ansässigen Projekte eigentlich nur halb-öffentlich: es gibt Zäune und Öffnungszeiten. In den wärmeren Jahreszeiten ist der Ort schon jetzt überlaufen, der Fahrradweg verstopft. Das sieht man nicht zuletzt am Trampelpfad, der sich neben dem Fahrradweg gebildet hat. Für uns ein klares Zeichen von fehlendem Raum für die anliegenden Viertel: Allein die Bevölkerung von Plagwitz hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt.

Es gibt zahlreiche soziale Bedarfe, die sich hier kostengünstig und mit der Akzeptanz und dem Rückhalt der lokalen Bevölkerung umsetzen ließen. Eine Brachfläche, wie sie auch südlich der Antonienbrücke schon existiert, bietet Raum für die Ko-Existenz von Zauneidechsen, Wechselkröten, Ödlandschrecken und Menschen. Klima- und Artenschutzbedürfnisse würden zeitgleich unterstützt und das Gelände zukunftsfähig umgestaltet.

Die Lokschuppen könnten zu sozialen Zwecken umgenutzt werden. An Ideen und Bedürfnissen mangelt es nicht: Senioren-Treffpunkt, Musikräume (Erweiterung des vorhandenen winzigen Musikzimmers im Nordteil des Geländes), Indoor-Treffpunkt für die vielen Tagesmütter, die im Sommer Kinder über das Gelände schieben, Drogen-Beratungsstelle, städtische Ateliers.

Wir fordern, dass auch die Instrumente Flächentausch und Flächenkauf in Erwägung gezogen werden, um für kommende Generationen einen lebenswerten Leipziger Westen zu gestalten.

Unterschreibt unseren offenen Brief!

Irreführende Kommunikation des Stadtplanungsamtes – Sind die Bürgerflächen nun wirklich sicher?

Am 25. Januar 2024 berichtete die LVZ über den Bebauungsplan 380.1 – die städtischen Flächen, auch genannt Bürgerbahnhof. Diese seien nun gesichert. Der Artikel, in dem ausschließlich das Stadtplanungsamt zu Wort kam, hieß in der Druckausgabe “Bürgerbahnhof Plagwitz: Grünflächen und Bürgerprojekte bleiben erhalten”. Das ist eine unserer Meinung nach leicht in die Irre führende Kommunikation, lenkt sie doch davon ab, dass auf dem nördlichen Teil, dem Bebauungsplan 380.2, der derzeit noch in einer Bürgerbeteiligung diskutiert wird, weiterhin die private Investorin LEWO für ein Baurecht kämpft, und dafür unter anderem auch rechtliche Mittel einsetzt.

Sollten tatsächlich Wohnungen auf dem Gelände 380.2. entstehen, würde das die Bürgerprojekte in jedem Fall gefährden: schon jetzt gibt es zahlreiche Lärmbeschwerden, die in der Vergangenheit das Café Heiter bis Wolkig sowie den Westbahnhof, der übrigens nicht zu den städtischen Flächen gehört, trafen. Der Schutz der Bürgerflächen muss also auch im Bebauungsplan 380.2 beachtet und festgesetzt werden! Ob die Bürgerprojekte, für die die Stadt Leipzig den Bundespreis Stadtgrün erhielt, also in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben können, ist noch lange nicht gesichert.

Wir kämpfen weiterhin für eine Nichtbebauung und freuen uns über jede Unterschrift unseres offenen Briefs.

Falls ihr mit den B-Plänen nicht vertraut seid:

380.1. Das sind die Flächen nördlich der Antonienbrücke, auf denen das Heiter bis Wolkig, der Bauspielplatz, das Basketballfeld, die Tischtennisplatte, der Hildegarten, der Obstgarten und die Wiese vor den Zollschuppen zu finden sind, sowie der asphaltierte Radweg und der urbane Wald, auch die Schaukel und der Kletterfelsen (in der Zeichnung blau markiert) gehören dazu.

380.2. Das ist die Fläche zwischen Basketballfeld und Naumburger Straße, die näher an den Bahngleisen liegt. Dazu gehören die unsanierten Lokschuppen, der Wasserturm, die große Betonplatte, die derzeit halb-abgerissenen Gebäude, der Parkplatz der Autovermietung, die Fläche mit den Bäumen, das Haus vorn an der Naumburger Straße sowie die Fläche vor dem alten Bahnhofsgebäude (in der Zeichnung rosa markiert).

Kurzes Protokoll vom 4. Workshop der Bürgerbeteiligung am 29.01.2024

Diesmal etwas länger, da die Thematik komplexer wird. Falls es Fragen gibt, könnt ihr euch gerne an uns wenden.

Baumschau

Am 25.01. gab es eine kleine inoffizielle Baumschau auf dem Grundstück der LEWO durch das Stadtplanungsamt, BUND, einer Person aus SBB Südwest und einer Person von der Bürgerini auf Initiative des Stadtplanungsamtes, um den Baumbestand auf dem Gelände in Augenschein zu nehmen. Diese Begehung war nicht offiziell und es wurde nichts kartiert. Es wurde sich lediglich ein Überblick verschafft.

Bebauungsplan 380.1 Bürgerprojekte

Es wurde besprochen, dass die Bürgerflächen in 380.1 nun rechtssicher seien. In 380.1. wird Bezug auf 380.2. genommen, es seien “keine Wechselwirkungen” mit 380.2 zu erwarten. Das bedeutet, 380.2, also die Bebauung der LEWO-Fläche, darf nicht die Schutzansprüche auf 380.1., den Bürgerflächen, beeinträchtigen.

Artenschutz

Am 17.01. gab es einen Erörterungstermin (nicht rechtssicher) am Verwaltungsgericht Leipzig zum derzeit verhangenen Baustopp auf der Fläche der LEWO durch die untere Naturschutzbehörde. Im Ergebnis darf die LEWO nach jetzigen Stand mit dem Abriss auf den Flächen fortfahren. Dieser Abriss darf nur oberflächlich erfolgen. Etwaige Maschinen dürfen nur auf den versiegelten Flächen rangieren. Die LEWO kommt damit auch ihrer Sicherungspflicht nach. Der Abriss darf lediglich bis zu dem Zeitpunkt stattfinden, wo sich etwaige Zauneidechsenbestände unter der Erde im Winterquartier befinden (~ Ende März). “Alte” Schutthaufen die bereits bestehen, dürfen nicht angerührt werden, da sie ebenfalls Winterquartiere enthalten können. Wir als Ini wollten die Eigentümerin LEWO, gemeinsam mit der Moderation (Stadtlabor) davon überzeugen, bis zum nächsten Workshop am 06.03. mit dem Abriss abzuwarten. Im Folge-Workshop sollte dann das weitere Vorgehen besprochen werden. Das lehnte die LEWO aufgrund der zeitlichen Faktoren ab. Sie wolle das Zeitfenster vor Erwachen der Zauneidechsen ausnutzen.

Die untere Naturschutzbehörde muss nun entscheiden, ob sie der Zauneidechsenkartierung der LEWO (Artenschutzgutachten) folgt oder ein neues Artenschutzgutachten einfordert. Es gab viel fundierte Kritik gegenüber dem Artenschutzgutachten der LEWO. Ein neues Artenschutzgutachten müsste über den Sommer 2024 entstehen. In diesem Abwägungsprozess fließen auch Sichtungen der Bürger:innen vor Ort und Kartierungen der Umweltverbände ein. Dies hat keine Auswirkungen auf den geplanten oberflächlichen Abriss.

Es gab noch einmal die Aufforderung, die Obdachlosen vor Ort nicht zu vergessen. Laut Aussagen mehrerer Anlieger:innen wohnt auf der Brache zur Zeit eine Person dauerhaft. Dieser wurde durch Anwohner:innen unkomplizierte Hilfe und eine kostenfreie Unterkunft angeboten. Die Person möchte sich dem Anschein nach im Moment nicht helfen lassen.

Klärung Übergabe der Workshopergebnisse an den Stadtrat

  • Der Workshop wird als “beratendes Gremium” verstanden. Es wird eine “Ergebnisdokumentation” angestrebt, in der eine Präzisierung der Aufgabenstellung an die Verwaltung formuliert wird. Inhalt: Dissens, Konsens, noch zu klärende Sachverhalte. Form: Textlich, ggf. mit Plan.
  • es wird eine öffentliche Ergebnispräsentation geben
  • im weiteren Verlauf wird der Stadtrat über die Inhalte abstimmen müssen (schreibt euren Stadträt:innen!)

Arbeit am Modell (“Klötzerschubsen”)

Es wurde durch die Flächeneigentümerin ein großes Modell zur Verfügung gestellt, auf dem man Klötzer herumschieben konnte, die neuzubauende Häuser symbolisieren sollten. Als “unverbindliches Experiment” wurden alle Anwesenden dazu motiviert, sich durch die Zählmethode (1-2-3) in drei Gruppen einzuteilen. Danach durfte jede Gruppe 7-8 Minuten verschiedene Szenarien auf dem Modell legen. Die lautesten Menschen setzten sich entsprechend durch, Diskussion war nicht möglich, einige Teilnehmer:innen weigerten sich mitzumachen, mindestens eine Person wollte sich dem nicht aussetzen und verließ den Workshop. Es wurden gruppenübergreifend Klötzer gestellt, Personen, die die Initiative ergriffen, bauten entsprechend an vielen Szenarien mit – diese Situation empfanden wir als chaotisch. Initial waren nur Klötzer vorgesehen, Bürger und BI brachten vorsichtshalber auch Bauelemente in Form von Bäumen und einem Teich mit, die in jedem Szenario eingesetzt wurden. Die Ergebnisse wurden fotografisch dokumentiert. Es entstanden zwar diverse Szenarien, jedoch ohne jegliche Gewichtung. Wir kritisierten den Vorgang vor Ort und müssen uns auf die Aussage “unverbindliches Experiment” verlassen.

Nächste Workshoptermine:
06.03.24
11.04.24

Nächstes Auswertungstreffen am 4. Februar 2024

Da am 29. Januar 2024 der nächste Workshop der Bürgerbeteiligung stattfindet, laden wir euch, wie immer, am darauffolgenden Sonntag zu unserem Auswertungstreffen ein. Dieses findet statt am Sonntag, den 4. Februar 2024, 17-19 Uhr im Lixer e.V., Pörstener Straße 9, in Kleinzschocher, unweit des Plagwitzer Bahnhofs. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Ihr könnt kommen, um euch zum Stand der Dinge zu informieren, aber auch, um uns eure Ideen und Wünsche mitzuteilen, die wir, soweit möglich, in das Bürgerbeteiligunsformat mitnehmen.

Die “Platte” war nie mit einem Gebäude bebaut

Im 2. Workshop der Bürgerbeteiligung ging es um eine vermeintliche Vollversiegelung der Platte auf dem nordwestlichen Gelände des ehemaligen Bürgerbahnhofs. Anhand historischer Fotos konnten wir rekonstruieren, dass die Platte nie mit einem Gebäude bebaut war, wovon auch die verbleibenden 12 großen Löcher im Beton zeugen, in denen heutzutage Vegetation vorhanden ist. Stattdessen stand dort eine Vorrichtung zum Entladen von Güterwaggons.

Die historischen Bilder könnt ihr in unserer Präsentation sehen. (Diese haben wir im 3. Workshop präsentiert.)